Donnerstag, 28. Februar 2013

Mother Jones – December 2012

Mother Jones December 2012

[Robert] George met regulary with  [Rafael Edward] Cruz and advised him on his senior thesis, an analysis of the history and meaning of the 9th and 10th amendements. They work in tandem: The 9th implies that people have many more rights than are specifically outlined in the Bill of Rights; the 10th reserves unspecified powers for the states. For a growing movement of conervatives, these amendments have taken on an almost religious import as a very real check on the federal government's power: Delievering the mail and fighting pirates is all very well and good, but don't even think about forcing a sovereign state like Texas to set up a health insurance exchange.

Tim Murphy erklärt, welche Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung besonders gut bei republikanischen Querdenkern ankommen. 

Was?

Schlagen wir einen weiten, sehr weiten, Bogen zu einer sehr bestimmten Person:

Michael Moore wurde Ende der 1980er Jahre bei dieser 1976 gegründeten Zeitschrift Redakteur. Aber erst als die weltweite Skepsis gegenüber der Bush-Regierung den Schock des 11. September überlagerte und er längst nicht mehr bei Mother Jones arbeitete, nahm auch seine Karriere an Fahrt auf.

In seinem Ende 2001 erschienenem Sachbuch ‚Stupid White Men‘ (acht Wochen # 1 der New York Times Liste) findet Moore neben zahllosen Schuldvorwürfen auch gute Seiten an George W. Bush. So unterschlägt er nicht die Ranch, die der ehemalige U.S.-Präsident 1999 bei Crawford erwarb, und die mit eigener Grundwasserquelle, geothermischen Heiz- und Kühlsystemen und eigener Kläranlage ausgestattet also ziemlich Öko ist.

Nicht mal ein Jahr nach der schon sehr umstrittenen Veröffentlichung von ‚Stupid White Men‘ (man wollte sich in Amerika nach dem 11. September nun nicht unbedingt der Selbstkritik aussetzen oder der Kritik am Präsidenten üben und das fand auch der Verlag) kam dann Moores Schußwaffen-Dokumentation ‚Bowling for Colombine‘ in die Kinos.

So die Erinnerung nicht täuscht, erreichten beide Machwerke simultan Deutschland. Moore war kurze Zeit ein diskutiertes Phänomen: Die einen fanden gut, wie kurzweilig seine Gesellschaftskritik war, die anderen hielten ihn für ein aufmerksamkeitbedürftigen Polit-Clown, der eh nichts ändert und es zu leicht macht Amerika alles Unglück der Welt in die Schuhe zu schieben. Seine Popularität ist nach einem weiteren Höhepunkt, dem Film ‚Fahrenheit 9/11‘ zumindest an den amerikanischen Kinokassen etwas verblasst:

‚Fahrenheit 9/11‘ Einspielergebnis bis zum 28. Oktober 2004: US $ 119.194.771

‚Sicko‘ Einspielergebnis bis zum 18. Oktober 2007: US $ 24.540.079

‚Capitalism: A Love Story‘ Einspielergebnis bis zum 13. Dezember 2009 US $ 14.359.793

Moore hat 2011 seine Autobiographie ‚Here Comes Trouble: Stories from My life‘ veröffentlicht. Solche selbstbezüglichen Rückblicke sind ja oft ein Zeichen dafür, dass sich der Autor entweder am Ende seiner Karriere sieht oder Präsident werden will.

Nun aber der Bogen: Noch bevor Moore als Erneuerer der dokumentarischen Kinosatire so richtig abräumte, war er ja auch schon mit Kamera unterwegs. Für seinen ersten Film ‚Roger & Me‘ (1989) hatte er nach nur vier Monaten Redakteurstätigkeit $ 58.000 von Mother Jones eingeklagt. Es ging bei der juristischen Auseinandersetzung um Gestaltungsfreiräume und so. Das typische Gezänk am Arbeitsplatz halt.

Turnus

zweimonatlich

Auflage

Laut Mediadaten erreicht Mother Jones mit der gedruckten Ausgabe, der Website und dem Newsletter zusammen gut 3 Millionen „thought leaders“. In Ermangelung ausgereifter Englischkenntnisse mag „geistige Elite“ dafür eine Übersetzung sein, die in die richtige Richtung gehen könnte.

Erwerbsgeschichte

Busch, also nicht George, sondern Eike, war in Amerika. Als er wieder zurück kam, hat er erstmal die korrekten Leute mit dem richtigen Kram versorgt.

Vermutete Zielgruppe

Lieber würde ich nicht ein klischeedurchtränktes Bild der Amerikaner einsetzen, aber in seiner Umschreibung der Lesergruppe des New Yorker hat Noah Masterson ein Bild entworfen, dass man sicher auch gerne auf den Mother Jones-Leser projizieren kann: Eher Ostküste, eher College, eher Großstadt.

Titel

Sieht wie ein altes MAD Heft ohne Alfred E. Neumann aus.

Werbung

Obwohl in Mother Jones sehr kritische Texte über die Geschäftsgebahren der Tabkindustrie veröffentlicht wurden, darf auf den Seiten ein Hersteller von Zusatzstofffreien Tabak für sein Produkt werben. So ist das halt in der zugigen Zeitschriftenbranche …

Inhalt

Mother Jones bietet was schon die Unterzeile verspricht: gewitzten, mutigen Journalismus. Jeder Artikel war zwar etwas mühevoll zu lesen, bisweilen langatmig und voller unbekannter Vokabeln, aber auch immer eine Lektüre, die sich gelohnt hat. Immerhin gibt es kleine Infoboxen, die noch mal die wichtigsten numerischen Infos zusammenfassen. Das ist sehr praktisch.

sc0002a92401Rare Earths in cars Mother Jones 2012  Rare Earths in cell phones Mother Jones 2012

Dabei ist die Reportage über die Einzelhäftlinge der Vereinigten Staaten vielleicht der interessanteste Text dieser Ausgabe. Einzelhaft ist natürlich auf der anderen Seite des Atlantiks eine ganz andere Nummer als hier. Da kann auch der einfache Justizvollzugsbeamte schonmal ein Machtwort sprechen und einzelne Individuen für Jahre in sogenannte SHU’s („Security Housing Unit“) bringen. Meistens geht es um den Verdacht der Zugehörigkeit zu einer Gang, die schon durch eine freie Interpretation von Wandschmierereien und Briefen bewiesen werden kann.

Das System ist so perfide, dass man andere vermeintliche Gangmitglieder verpfeifen muss, um wieder rauszukommen. Der eine lügt möglicherweise, geht dann, während der andere kommt und ebenfalls eher unschuldig als schuldig in den SHU’s einsitzt. Man liest von durchsichtigen Fernsehverschalungen (damit keine Drogen versteckt werden können) und Nervenzusammenbrüchen als Normalzustand: Laut einer Umfrage der Universität in Santa Cruz haben 41 Prozent der SHU-Insassen Hallizinationen und wenn es so weit kommt und die Bodenhaftung mit der Realität völlig verloren wird (dass die Insassen sich selbst und ihre Zelle mit dem eigenen Kot beschmieren ist noch Normalzustand) kommt man in eine spezielle psychatrische Einrichtung, in der die Einzelhaft trotzdem aufrecht erhalten bleibt. Allein diese Einrichtung hat über 350 Bewohner.

Glücklicherweise liegt der Fokus der Recherchen nicht nur in Amerika. Es gibt beispielsweise auch einen Artikel über Seltene Erdelemente (oder „Rare Earth Elements“), die in Malaysia angebaut werden. Das hat schädliche Folgen für Gegend und Bewohner. Dafür ist es gut für die Wirtschaft, denn für die beliebtesten zivilisatorischen Spielzeuge sind solche Materialien bisher unabdingbar. Dafür müssen sie immer neu gefördert werden, weil das Recycling noch in den Kinderschuhen steckt.

Die Frage bei dem Vergleich zwischen Auto und Handy ist aber doch, was bei deren Nutzung passiert. Autos, auch Hybridautos, sind groß, verbrauchen sehr viel Platz und können eine bestimmte Kiloanzahl von Punkt A nach Punkt B bringen. Handys sind klein und mit ihnen ist es garnicht mehr nötig selbstständig von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Man kommuniziert alles zusammen, selbst die Mitfahrgelegenheit. Vermutlich brauchen Autos auch mengenmäßig sehr viel mehr dieser seltenen Erdelemente.

Autos als Privatbesitz sind Schwachsinn, Handys auch, aber sie können mehr.

Verdikt

Ich würde Mother Jones abonnieren, hätte ich nicht in letzter Zeit so viele Bücher gekauft und geschenkt bekommen. Hier sei trotzdem nochmal nahegelegt die 36 $ (ca. 27 Euro) für ein Jahresabonnement auszugeben, das sechs Ausgaben umfasst und nicht gekündigt werden muss. Diese Werbung dient natürlich auch dazu, das miese Gefühl zu übertünchen, dass dieser Eintrag nicht gut genug recherchiert wurde.

übrigens: Das schnell im Internet zusammengesuchte Halbwissen über Michael Moores Rechtsstreit mit Mother Jones stammen aus Vera Görgens Artikel, der im Oktober 2004 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien. Die Einspielergebnisse von Moores Filmen habe ich eigenhändig aus der Intenet Movie Database kopiert.

Mittwoch, 04. Oktober 2017

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MERKUR – Heft 4, 65. Jahrgang, April 2011

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Preußische Allgemeine Zeitung – Nr. 34, 1. Oktober 2011

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Montag, 10. Oktober 2011

THE RED BULLETIN – OKTOBER 2011

The Red Bulletin Ken Roczen
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