Donnerstag, 16. Juli 2015

MAD MAX: FURY ROAD: FURIOSA # 1, Aug ’15

MAd mAx Fury Road Comic 2 Furiosa

"Come on, girls! It's that time again to get on your backs and stare at the ceiling while daddy does his patrimonial duty on behalf of all us lesser men to regenerate our species!"

Der organische Mechaniker ruft zur Pflicht.

Was?

Selten hat man über einen Actionfilm so einhellig gute Kritiken gelesen wie zu ‚Mad Max Fury Road‘. Vermutlich gehört ein nicht kleiner Anteil der Rezensenten zu den Fans, die den seit über 15 Jahren angekündigten, vierten Film über den postapokalyptischen Überlebenskämpfer herbeigesehnt haben. Zumindest lässt sich das vermuten, wenn man zum Beispiel Anthony Lanes Besprechung im New Yorker liest: „Ich habe mich seit Monaten auf den Film gefreut und versucht die Trailer nicht öfter als zweimal am Tag zu sehen.“

Das Szenario von ‚Fury Road‘ erklärt sich kaum. Es gibt Herrschaftsformen, die selbstverachtende Untertänigkeit einfordert. Die Rate an Missbildungen ist hoch. Man ernährt sich von Insekten und Reptilien. Die Menschen leben mit den umgestalteten Überbleibseln einer untergegangenen Industriegesellschaft, motorisierte Fortbewegung durch eine lebensfeindliche Wüstenlandschaft ist zur religiösen Handlung geworden.

Im Gegensatz zur rätselhaften Welt in der ‚Fury Road‘ spielt, ist der Plot des Films schnell erzählt: Immortan Joe, Herrscher über eine Festung mit Wasserzugang, schickt die einarmige Furiosa mit einem schwer gepanzerten Tankwagen voller Muttermilch für ein Tauschgeschäft in die benachbarte Benzinstadt. Im Vehikel, dem ‚War Rig‘, versteckt sie die fünf Konkubinen ihres Auftraggebers. Die Flucht bleibt nicht lange unbemerkt. Eine anderthalbstündige Verfolgungsjagd nimmt Fahrt auf, in die auch Max gerät.

Als Lizenzprodukt des Films erscheinen einige Comics in einem Imprint des DC Verlags, der so altehrwürdige Heldenfiguren bekannt machte wie Batman oder Superman. Der interessierte Leser erfährt hier mehr von den Helden, Antagonisten und Zwischenfiguren. Die Comicreihe ist ‚legit‘ wie der Angelsachse sagt, also originaler Scheiß. Der Erfinder und Regisseur von ‚Mad Max‘, George Miller taucht schließlich als Autor auf.

Turnus & Inhalt

Die Rahmenhandlung der vierbändigen Comicreihe, die im September auch in einem Buch zusammengefasst erscheint, setzt Jahre nach der Filmhandlung ein. In der Wünstenfestung gibt ein zutätowierter Lehrer seinen Schülern eine Geschichtsstunde. Im ersten Band erzählt er die Bildungsgeschichte von Immortan Joe und seinem War Boy Nux. Der zweite Band Furiosa # 1 ist ganz nah an der Filmgeschichte. Das 40seitige Kammerspiel zeigt das Gefägnisleben der fünf Frauen in einer Schutzatmosphäre und erklärt den Entschluss zur Flucht. Ihr Daseinszweck ist die Sicherstellung von Immortan Joes Nachkommenschaft. Drei Gebärversuche stehen jeder von ihnen zu – das wurde im ersten Comic klar. Kommt kein gesunder Mensch zustande, ist die Zeit im goldenen Käfig abgelaufen.

Mad Max Fury Road Comic Immortan Joe

Furiosa nimmt in dieser Erzählung die Rolle des Eunuchen an. Sie bewacht die Frauen, denn Immortan Joes doofer und für die Tronfolge ungeeigneter Sprößling Rictus Erectus beginnt zu verstehen, dass er seine Körperkraft auch zu politischer Macht formen kann. Der Patriarch Joe ist bereits auf medizinische Hilfe für seine Begattungsrituale angewiesen.

Mad Max Fury Road Comic the Organic Mechanic

Artwork

Zeichner Tristan Jones arbeitet detailliert, in warmen Farbtönen. Vieles ist weichgezeichnet, mehrfach findet der digitale Unschärfe-Effekt Einsatz. Dieser ist seit den 1990ern ein geläufiges Mittel um den Anschein von Bewegung und Tiefenschärfe zu schaffen.

Mad Max Fury Road Comic the Organic Mechanic

Mad Max Fury Road Comic Immortan Joe

Vermutete Zielgruppe

Nicht nur der New Yorker Filmkritiker Lanes reagierte überrascht auf die feministischen Ambitionen von  ‚Fury Road‘. Vonseiten der Internet-Community Return of Kings – einem Sprachrohr für heterosexuelle Männer – kam Anfang Mai der Boykottaufruf, da Furiosa in den Filmtrailern dominanter sei als Max. Sie habe auch deutlich mehr Redeanteil als er.

Verdikt

Dieser Comic wiederum bekam Kritik aus der anderen Richtung. Gleich auf zwei großen US-amerikanischen, feministischen Websites erschien die lange Rezension von Ana Mardoll mit dem Titel ‚We Need to Talk About the Furiosa Comic‘.

So wie Mardoll anhand des Heftes Seite für Seite und Bild für Bild Ihre Kritik entwickelt, kann man Ihre Punkte auflisten: Sie kritisiert die Relativierung von Vergewaltigung (die Frauen genießen in ihrem Gefängnis enorme Vorteile). Ebenfalls strittig findet sie die mangelnde Solidarisierung zwischen Furiosa und Immortan Joes Haremsfrauen. Die holzschnittartigen Gespräche (erdacht von einem Team, das ausschließlich aus Männern besteht), sind für Mardoll genauso problematisch wie die Funktion weiblicher Körperteile im Bildaufbau, sowie die für den Fortgang der Geschichte unnützen Hinweise auf bestimmte Sexualpraktiken, die unhinterfragte Beziehung von Immortan Joes Frauen zu ihren ungeborenen, durch Vergewaltigung gezeugten, Babies, die Vorstellung von Beschmutzung durch Vergewaltigung (und Reinheit bei Nichtvergewaltigung) und der hohen Redeanteil von Blondinen gegenüber dunkelhäutigen Frauen.

Mad Max Fury Road Comic Furiosa

Doch ein ganz anderer Kritikpunkt mag für die Leser viel wesentlicher sein. Mardoll erwähnt ihn beiläufig am Ende ihres Textes: Die Hauptfigur Furiosa bleibt eine Unbekannte. Es gibt keine Details aus ihrem Vorleben, nicht den Hauch einer Erklärung, warum sie den Arm verloren oder wie sie ihre Position im Machtgefüge der Zitadelle erreicht hat. So wie Max im Film zur Nebenrolle wird, ist hier Furioasa an den Rand gedrängt. Sprichwörtlich, denn in vielen Bildern steht sie nur als Beobachterin im Hintergrund oder Halbschatten.

Den Autoren kann man zugutehalten, dass Sie die Imaginationskraft nicht so billig preisgeben und stattdessen den Prolog des Films skizzieren. Doch für eine Mehrheit der Käufer mag dies problematischer sein als die explizite Darstellung sexueller Ausbeutung.

Die zum hohen Anteil männlichen Zuschauer mit denen ich bei zwei Vorführungen im Kinosaal saß, waren ohnehin nicht so sehr an Frauenpower interessiert. Vielmehr hörte man aus Gesprächen die Spannung heraus auf das Wiedersehen mit einer bekannten Filmfigur und die spektakulären Autounfälle. Ein Fahrzeug ist nämlich nur auf einem Bild zu sehen; im Hintergrund.

Mittwoch, 04. Oktober 2017

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MERKUR – Heft 4, 65. Jahrgang, April 2011

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